*Im Tierheim angekommen*

            

Dieser Hund wurde unter dramatischen Umständen von Lale, Melek und deren Helfer auf der Autobahn in Istanbul gerettet... Eine harte Arbeit der Tierschützer und dies sehr oft...
 
            
 
 Erlebnis von Lale und dem Hund auf der Autobahn...

Ich fuhr auf der vierten Spur, ganz schnell...
Diese Autobahn hat 4 spurige Hin- und 4 spurige Rueckfahrt. In der Mitte gibt es diese "Barriers".
Und was sah ich dort auf einmal?
Einen Kopf von einem Hund und er hat mich angeguckt,
als ich vorbeifuhr.
Ich war in totaler Ohnmacht, meine Hände zitterten
und mir war es so Übel.
Also ein armer Hund da in der Mitte, sitzt oder lag,
der Kopf ganz unten und blickte durch diese
Metallroehren raus.
Und vieleicht hatte er ein gebrochenes Bein
oder war vieleicht seit Tagen da,
und konnte auch gar nicht fressen,
war schwach und konnte nicht aufstehen
und er sah wie ein Boxer aus.
Und alle Autos rasten wie wild.
Dann bin ich noch ein Stueck gefahren
und ueberlegte ich mir, was zu tun sei.
Aber, mein Kopf war so leer aufeinmal.
Auf jedem Fall konnte ich doch nicht
vorbeifahren und so tun, als ob gar nichs passiert waere,
als ob ich total ignoriere, dass dort doch ein armer Hund
auf Hilfe wartete.
So bin ich auf den Spuren langsam ganz nach
rechts gefahren und fand relativ weit weg,
wo er sich aufhaellt, einen kleinen Platz.
Alle Autos hupten, als sie bei mir vorbeifahren wollten...
Ich meldete mich bei Serkan und Melek,
die waren im gleichen Auto unterwegs.
Ich habe denen erzaehlt, dass unsere Augen
sich begegnet haben und ich wuerde ihn nicht dort lassen.
(eben habe ich wieder angefangen zu weinen ,
das war echt ganz schrecklich).
Und ich habe denen gesagt, das ich jetzt irgendeine
Ausfahrt nehmen werde und zuruck zum Flughafen fahren wuerde und wir sollten uns irgendwo dort treffen.
Sie waren ganz weit weg von mir
und das wuerde noch lange dauern,
bis sie auch eine Ausfahrt sahen und
doch wieder am Flughafen sind.
So bei der naechsten Ausfahrt raus und zuruck
zum Flughafen und dort gibt es eine Tankstelle.
Da habe ich geparkt und angefangen auf sie zu warten.
Mir ging es so schlecht, Angst, Sorgen,
alles ganz durcheinander, wie so eben auch!
Die kamen in 15-20 Minuten zurueck und ich fuhr los,
sie folgten mir und per Handy
(Gott sei Dank gibt es Handy)
habe ich ihnen beschrieben,
wo ich ihn circa gesehen habe und wir haben abgemacht,
wenn ich seinen Platz sehe, würde,
werde ich auf die rechte Seite fahren
und dort stoppen und dann versuchen rueckwaerts zu fahren,
das Ganze aber sehr gefaehrlich waere.
Na ja, so gefahren, gefahren und ich sah
den armen Hund wieder und die Beiden auch.
Wie abgesprochen fuhren wir langsam nach rechts
und und landeten relativ weit weg und fingen dann an, rueckwaerts zu fahren.
So waren wir genau parallel zu ihm.
Der Hund sah uns.  
Wir mussten die Autobahn ueberqueren um zu ihm zu kommen. Das war nicht einfach.
Die Autos rasten so schnell und es war
sehr gefaehrlich fuer uns alle.
So nahm ich vom Auto die Erste Hilfe Tasche ,
die war rot; und ich winkte zu den Autos
und mit Melek ueberquerten wir die Autobahn.
Und Serkan war weit weg von uns,
er wollte die Autobahn an einem anderen Punkt ueberqueren... So Melek und ich wir waren bei ihm.
Ich hatte noch Nudeln und das Zeug,
was ich zu Hause gekocht habe und auch eine Konserve.
Wir haben uns zu ihm hingebueckt,
da kam Serkan und er stellte sich hinter uns.
Der Hund, ein bildhuebscher Ruede,
ein Boxermischling zitterte wie ein Blatt.
Und bei ankommenden , rasenden Autos schuettelte sich sein ganzer Koerper vor lauter Angst...
Und in dem Punkt war es unwahrschinelich laut und die Autos fuhren mit einer solchen Geschwindigheit auf der 4. Spur und er konnte sich ueberhaupt nicht bewegen,
 er hate auch Blut auf der Pfote...
Wir haben versucht, ihn zu fuettern,
Hunger hatte er schon aber konnte nichts essen.
Wir hatten so Angst, dass er verscuht,
doch die Autobahn zu ueberqueren und wir alle wuerden ihn nicht alleine lassen und wir wuerden dann auch ueberfahren.
Ich fotografierte auch zur gleichen Zeit,
wer wuerde uns glauben,
wenn wir anschliessend wieder eine Horrorgeschichte schreiben, sogar manchmal glaube ich selbst nicht daran.
So Melek versuchte ihn zu streicheln und dann
ganz langsam hat sie versucht,
ihn immer ein kleines Stueckchen von der Autobahn zu entfernen, sodass er nicht hinlaeuft.
Ich kann diesen Moment nicht genug beschreiben,
die Angst und die Hoffnung!!!!!.
Und Melek hat ihn am ganzen Koerper umarmt
und wollte ihn beruhigen.
Wir haben uns entschieden, dass Serkan das Auto holt
und ziemlich weit rueckwaerts faehrt und dann langsam zur vierten Spur kommt und dort wollten wir es so machen,
(falls Polizei kommen würde), 
dass das Auto nicht mehr anspringt und wir aus Not dort stehengeblieben waeren, was total gefaehrlich war.
Tja, Serkan hat das doch geschafft;
wir haben den Rueden eingepackt und gleich reingetragen.
Wir alle zitterten vor lauter Angst.
Das ging prima...
Dann stiegen wir alle ein und langsam durchqueren wir
die Spuren und blieben ganz links stehen,
um mich abzusetzen.
Wir haben uns mit Melek umarmt und wir weinten nicht,
aber die Traenen liefen wie wild runter.
Freude, Erleichterung, Erinnerung an die Hundis,
die das gleiche Glueck nicht gehabt hatten...
Wir haben tatsachlich ein Leben gerettet.....
 
(Engel vom Tierheim Istanbul)

           
 
Jetzt kommen die Bilder...